TITEL
Von der Gesellschaft... oder: Wie die soziale Fürsorge verkümmert.

Ich brauch wieder Zeit zum schreiben. Ich sitze hier, starre auf meine Tastatur während ich irgendwas schreibe, was mir im Kopf herum geht und hoffe, dass das, was ich sagen möchte irgendwie verständlich rüberkommt. Seit einigen Tagen denke ich einfach wieder zuviel nach und weiß nicht einmal zu welchem Sinn und was das eigentliche Thema dazu ist. Anlass dazu ist vielleicht nur der Winter, der Schnee und die Kälte, oder verflossene Lieben, oder einfach nur dieses allein fühlen. Oder die Situation in meiner Klasse, mit mir, wie ich einfach nirgends reinpasse. Egal, wo ich bin, ich habe das Gefühl, mich kann man da nicht reinstecken und mich nicht fügig machen. Auch wenn ich mich bemühe es allen Recht zu tun und ihnen zu helfen und ich setz' mich für die ein... am Schluss werd' ich vor den Kopf gestoßen. Empathie nennt man so was heutzutage. Zumindest behaupten das alle von sich. Sie wären so einfühlsam und unglaubliche Vorzeigekameraden. Aber bis zum Nachdenken warum jemand so gehandelt hat, kommt es dann doch bei Niemandem. Ziemlich traurig wenn man bedenkt, dass das alles erwachsene Menschen sind bzw. sein sollten und man eigentlich mehr erwarten könnte. Oder ich hab ein gänzlich verfälschtes Bild von Klassenzusammenhalt, Vertrauen und Aufrichtigkeit. Ist in meiner Erziehung so viel falsch gelaufen? Dass ich es schockierend finde, wenn sich Menschen als „Arschloch“, „Schlampe“ oder einfach nur dumm bezeichnen, und das „lustig“ meinen und der gegenüber mitlachen kann? Oder wenn man es als höflich betrachtet wenn man zu einer anderen Person „Halt die Fresse“ sagt anstatt „Kannst du bitte leise sein“. Und sich danach persönlich angegriffen fühlt und absolut uneinsichtig ist, wenn man selbst darauf hinweist, dass das total unangebracht und verletzend war. Welche Sichtweise ist richtig? Und welche nicht? Gibt es das überhaupt oder ist das nur Einbildung und meine, wie ich schon oft zu hören bekommen habe, überempinfindliche Emotionalität. Also kurz gesagt: Ich bin viel zu sensibel, die mich so verletzlich und empindlich macht und auf die ich viel zu sehr höre anstatt auf meinen Verstand. Aber sollte man nicht hauptsächlich im Umgang mit anderen Menschen auf sein Herz hören? Weil Gefühle viel viel wichtiger sind, als das, was der Kopf sagt und denkt, und das Unterbewusstsein bzw. das Bewusstsein einem versuchen einzuflösen? Aber um diese Frage mal offen stehen zu lassen will ich mich auch noch anderen Themen widmen. Der Hinterhältigkeit die anscheinend überall herrscht. In dem ganzen Umfeld, in meiner Gesellschaft, in der heutigen Kultur steht überall „Ehrlichkeit“ und „Freundlichkeit“ an erster Stelle. Freundlichkeit natürlich, aber um welchen Preis? Die falsche Freundlichkeit, die andere womöglich schwer verletzen kann? So sieht es nämlich aus, wenn man sich selbst zurückzieht und beobachtet, ist das alles so sichtbar, es scheint schon fast heraus. Aber die Menschen, die das selbst praktizieren merken es natürlich nicht oder wollen es einfach nicht hören und verschließen alles. Was bringt der Gesellschaft diese falsche, lügenbedeckte Freundlichkeit, die am Schluss nur existiert damit jeder sein eigenes Ego durchbringt und widersprüchlich keine Rücksicht auf die Mitmenschen nimmt? Und ich frage mich immer wieder wie Menschen Ehrlichkeit als obersten Wert definieren können und eiskalt sagen sie stehen dafür, wenn schon allein dieser Satz eine wahre Lüge ist Wenn man am Tag schon vorher sich durchs Leben getragen hat mit Lügen mitsichziehend.? Und dann nicht mal so viel Courage haben und sagen, dass es einfach verdammt schwer ist dies einzuhalten aber man ja keinerlei Anstalten macht dies überhaupt zu probieren. Einfach weil man ja anerkannt werden will und dies oftmals nur so geht. Punkt. Und auch wenn das Thema längst ausgekaut sein müsste lässt es mich nicht los. Das leidige Thema Liebe und Beziehung. Wobei diese zwei Wörter anscheinend in unserer Gesellschaft zwangsläufig nicht mehr in Zusammenhang stehen müssen. Ich habe schon lange daran zu knabbern zu entscheiden, was mir wichtiger ist. Wie sich herausgestellt hat klappt eine Beziehung ja auch ohne Gefühle ziemlich gut. Was einem anscheinend dann erst nach Wochen auffällt oder man einfach vorher schon wusste aber ignoriert. Worauf man auf die falsche Freundlichkeit und ebenso die Ehrlichkeit zurückführen kann. Ziemlich absurd in einer emanzipierten Gesellschaft sich so was dauernd antun zu müssen und dass dieses Phänomen in einer modernen, gleichgestellten Kultur so unglaublich zugenommen hat. Soll man jetzt gutheißen, dass man seine partner so freien wählen kann und sich über eine nicht lebenslange Bindung freuen oder eher die konservative Variante bevorzugen und mit einem Partner scheinlich glücklich zu sein, obwohl diese Liebesgefühle gar nicht vorhanden sind? Zweitere Variante ist ziemlich wahrscheinlich um einiges weniger verletzend. Aber leider Gottes kann man sich das ja nicht mehr heraussuchen und wird einfach in das Beziehungsmeer hineingeschmissen und muss direkt aus der Mitte an irgendein Ufer zur Rettung schwimmen. Wer das nicht schafft hat verloren und ertrinkt in den Weiten der Beziehungswellen und Liebesstürmen. Denn wenn man sich das verinnerlicht und darüber nachdenkt muss man sich doch wundern wieviel Skrupel die Menschen haben solche Dinge überhaupt zuzulassen und damit zu spielen, so ohne Hintergedanken einfach zu leben und die anderen im Meer an die Angel zu ziehen und wieder rauszuschmeißen, gut möglich auch ein weites Stück zurückzuwerfen. Denn wie heißt es? Zwei Schritte vor, einen zurück... oder auch Zwei Schritte zurück und einen vor. Was mich hier gerade ganz stark an Alice im Wunderland erinnert, was mit dem Thema eigentlich nichts zu tun hat, frei nach dem Satz des Hutmachers „Ich sehe was ich esse, ist nicht dasselbe wie ich esse was ich sehe!“ kann man sagen „Aus Liebe wird Beziehung“ ist nicht das Gleiche wie „Aus Beziehung wird Liebe“. In unserer Gesellschaft besteht wohl inzwischen überwiegend Letzteres. Wenn Beziehungen enden mit absurden Argumenten oder gar ohne Begründung dann bleibt oftmals nur ein rießengroßes Fragezeichen im Gesicht zurück. Dies kann nach ein paar Tagen, manchmal auch nach Wochen oder gar M o n a t e n noch nicht erloschen sein. Ich seh' es bei mir immernoch förmlich leuchten und strahlen und hör es sagen „Hier bin ich, komm lös mich!“ Soll das wirklich mein großes Rätsel in dieser Zeit sein!? Gründe für einen Schlussstrich geben, den man sich nicht herbeigewunschen hat und den man eigentlich nie hätte erleben wollen. Sich wieder vor Augen führen zu müssen, sein Herz wieder einmal umsonst vergeben zu haben, seine ganze Welt in die Hände jemanden anderes zu legen, um etwas später zu merken er wollte sie nicht tragen, aus welchen Gründen auch immer, und dann alleine mit der Last, mit all den Sorgen aber auch mit seiner Freude dazustehen? Viel zu lange versuche ich irgendwie, mit irgendwelchen Sprüchen, Zeilen, Worten, Sätzen, Ausdrücken oder Verhaltensweisen zu zeigen wie sehr schwer mir fällt dieses Fragezeichen zu beseitigen. Ob es nun ignorieren oder lösen ist. Aber bisher habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, es drängt sich immer wieder auf. Und irgendwie habe ich das Gefühl, es wird mit jedem Tag der Ignoranz größer. Mit der Uneinsichtigkeit, mit dem Egoismus, und dem Stolz nicht miteinander zu reden, wobei ich nicht einmal sagen kann, ob diese ganzen Gefühle und Stimmungen nur von mir ausgehen aufgrund meiner oben besagten Überempfindlichkeit, oder ob es wirklich in der Tat so aussieht aber sich nur niemand traut, etwas zu sagen? Diesen unfrewilligen Zustand bestehen zu lassen und lieber in einer angespannten, erhitzten Stimmung weiter nebeneinander herzuleben anstatt diese Spannung zu lösen. Aufgrund anderer Ereignisse sollte ich mich dann nur fragen um welchen Preis geschieht das, und vorallem wieso? Wahrscheinlich wäre das diese falsche Freundlichkeit, die dann zum Vorschein kommen würde und von der ich nichts halte. Die immer angepriesene Ehrlichkeit, die von niemandem gelebt wird. Aber wünscht man sich nicht einfach, dass alles mit einem Schnipsen passieren kann? Dass die vorgehaltenen Werte auch wirklich gelebt werden. Letztendlich kurz darunter gesagt wollte ich damit nur ausdrücken, dass ein einziges Fragezeichen einen so sehr kaputtmachen kann, dass man nicht weiß, wie lange man unter diesem Druck und mit diesem Schmerz noch so weitermachen kann, wenn man vorallem weiß, dass man auf keine Unterstützung hoffen kann die zu irgendeiner Veränderung oder Verbesserung führen kann, weil die Person einem ans Herz gewachsen ist und man nichts Falsches tun möchte, um diese Verbindung komplett zu beenden.
Für mich wirft diese Gesellschaft immer mehr Fragezeichen auf, die einfach unverständlich sind. Es wäre ratsam, wenn jeder Mensch zu einem Thema so ein Fragezeichen hat, nur um nicht komplett gedankenlos durch die Straßen zu laufen. In der Hoffnung, dass sich alles irgendwann irgendwie zum Besseren ändert.



7.12.10 18:15
 


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